Projektklasse zur Berufsfindung

Voraussetzungen

Projektklasse zur Berufsfindung  (Ausbildungsvorbereitung in Vollzeit)

Allgemeines

Bei der Projektklasse zur Berufsfindung handelt es sich um eine intensivpädagogische Maßnahme, die seit der Errichtung des Förderberufskollegs der Schule Haus Widey im Jahre 1991 besteht. Der Begriff „Projekt“ in der Klassenbezeichnung ist wörtlich zu verstehen, da es sich zunächst um einen Versuch handelte, der aber nunmehr seit 30 Jahren Bestand hat.

Die Unterrichtszeit der Projektklasse besteht aus drei Schul- und zwei Praktikumstagen pro Woche. Die Praktika können sowohl in den hausinternen Praxisbereichen des Hauses Widey als auch in externen Praktikumsstellen abgeleistet werden. Es finden wöchentliche Gespräche mit den Praktikumsbereichen sowie regelmäßige Praktikumseinschätzungen statt.

In der Projektklasse zur Berufsfindung ist es möglich, den Hauptschulabschluss nach Klasse 9 bzw. Klasse 10 zu erwerben. Im Unterricht wird entsprechend differenziert.

 

Schülerschaft

Bei der Projektklasse zur Berufsfindung handelt es sich um eine reine Mädchenklasse, um einen besonderen Schonraum für angstfreies Lernen zu schaffen, da viele der Schülerinnen schlechte Erfahrungen gemacht haben und ihnen so der Wiedereinstieg in das Thema Schule/erfolgreiches Lernen erleichtert werden kann. Dazu trägt auch bei, dass hier nur sonderpädagogisches Personal mit langjähriger Erfahrung in diesem Bereich arbeitet. Teilweise ist die Klasse doppelt (1,5 Lehrerstellen) besetzt.

Bis 2017 wurden ausschließlich Schülerinnen mit dem Förderschwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“ in die Projektklasse aufgenommen, um ihre Schulpflicht erfüllen zu können.

In der jahrelangen Zusammenarbeit mit der Einrichtung Haus Widey und anderen, externen Wohngruppen der Jugendhilfe wird jedoch mehr und mehr deutlich, dass das Klientel der Projektklasse ebenfalls anderweitig erheblichen Förderbedarf nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) aufweist. Besonders zu erwähnen sind hier der §27 Hilfe zu Erziehung (SGB VIII), §34 Heimerziehung/betreutes Wohnen (SGB VIII) und §35a Eingliederungshilfe für Kinder und Jugendliche mit seelischer oder drohender seelischer Behinderung (SGB VIII). Bei den jungen Erwachsenen kommt noch der §41 Hilfe für junge Volljährige (SGB VIII) hinzu. Aber auch für die älteren, erwachsenen Schülerinnen, deren besondere Lebensverhältnisse mit sozialen Schwierigkeiten verbunden sind und die diese nicht aus eigener Kraft überwinden können, kann der §35a der Jugendlichen verlängert werden mit §99 Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen (SGB IX). Dieser individuelle „Problemrucksack“ kann die Teilhabe am Unterricht und gemeinschaftlichen Schulleben erheblich einschränken und ist deshalb nicht außer Acht zu lassen. Er wird in die Schule mit hineingetragen.

Beispielhaft sind hier zu nennen: Drogenkonsum, Gewalterfahrungen, Gewalt gegen sich selbst, vielfältige Erkrankungen der Psyche, Obdachlosigkeit, Verwahrlosung, Schulschwänzen, Prostitution, Schwangerschaft, junge Mutterschaft, …

 

Besonderheiten

Um auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen eingehen zu können, erhält jede ihren ganz eigenen Stunden- und Förderplan. Es handelt sich dabei um ein niederschwelliges Angebot mit vielen Pausen, um den (Wieder-)einstieg in das Schulleben zu erleichtern. Dazu trägt auch bei, dass es sich um eine kleine Lerngruppe mit maximal 8 – 10 Schülerinnen handelt.

Die räumliche Nähe des Hauses Widey, das dem gleichen Träger (Sozialdienst katholischer Frauen/SKF) unterstellt ist wie die Schule Haus Widey, macht es den Bewohnerinnen dieser Einrichtung ebenfalls leichter, den Weg ins Schulgebäude zu überwinden. Aber auch mit externen Wohngruppen der Jugendhilfe sowie Eltern sind sehr enge Absprachen möglich, sodass eine größtmögliche Unterstützung der Schülerin möglich ist. Dazu gehört auch ein Schülerticket, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Schule erreichen zu können. In Ausnahmefällen ist auch ein Transport mit dem Schülerindividualverkehr möglich. Es versteht sich von selbst, dass wir als Schule die Wohngruppen, das Haus Widey, Eltern sowie das Jugendamt in ihrer/seiner Arbeit unterstützen.

Beispielhaft seien hier nur einige Besonderheiten der Projektklasse zur Berufsfindung genannt:

  • Kleinstlerngruppe mit max. 8-10 Schülerinnen,
  • 3 Tage Unterricht, 2 Tage Praktikum
  • Ganztagsunterricht, teilweise in Doppelbesetzung durch zwei sonderpädagogische Fachkräfte,
  • Erwerb sowie Festigung grundlegender schulischer Fertigkeiten,
  • kleinschrittiges Lernen,
  • engmaschige Betreuung, größtenteils täglicher Kontakt mit den Wohngruppen (auch externen) der Schülerinnen,
  • enge Begleitung bei Praktikumssuche; wöchentliche Betreuung des Praktikums durch die Lehrperson,
  • Arbeiten mit dem Schulhund nach dem Schulhundkonzept

 

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich gern an die Klassenlehrerin Frau Melzer unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!